Mein Weg
Ich weiß, wie es ist, morgens in den Spiegel zu schauen und schnell wieder wegzusehen. Wie es ist, den eigenen Körper jahrelang als etwas zu behandeln, das erst noch stimmen muss, bevor man sich mag.
Das habe ich lange gelebt. Ich erzähle es dir hier, damit du siehst: Ich weiß, wovon ich rede, weil ich es selbst erfahren habe.
Kindheit und erste Herausforderungen
Schon als Kind habe ich gespürt, wie eng Gefühle und Essen zusammenhängen. Ich wurde gemobbt. Ich war übergewichtig, und mein Selbstwert hing an dem, was andere in mir sahen.
Mich selbst zu mögen, fiel mir schwer. Grenzen zu setzen auch. Meinen Körper anzunehmen war lange das Schwerste.
Mit 18 kippte etwas
Bis ich achtzehn war, habe ich außer Reiten kaum Sport gemacht. Dann kam meine erste Diät. Und die hat funktioniert. Genau das war das Problem.
Denn wenn es funktioniert, klatschen alle. Keiner fragt, was es mit dir macht. Ich habe angefangen, sehr wenig zu essen und immer mehr zu trainieren, und beides rutschte ins Extreme. Von außen sah das aus wie Disziplin. In mir war es Angst. Die Angst, nicht zu genügen, so wie ich war.
Zwei Jahrzehnte im selben Muster
Danach kam eine Ausbildung, bei der Fitness zählte. Ich habe viel trainiert und trotzdem wieder zugenommen, einfach weil ich anfing zu essen. An einer Stelle wurde mein Gewicht geprüft, und ich durfte erst weiter, nachdem ich abgenommen hatte. Da war es wieder, dieses Gefühl: Mein Körper ist etwas, das erst stimmen muss, bevor ich dazugehöre.
Von da an ging es hoch und runter. Ein paar Kilo runter, ein paar wieder rauf. Ich habe gefühlt jede Diät mitgemacht, die es gibt. Jedes Mal die Hoffnung. Und danach der Absturz und der alte Satz an mich selbst: Warum schaffst du es nicht.
Sport blieb die ganze Zeit dabei. Vor allem Kraftsport, dazu Kurse wie Spinning oder Zumba. Bewegung war für mich ein Mittel, um Kalorien loszuwerden. Ich habe Pläne gemacht, Summer Body Challenge und was es sonst so gab. Das Gewicht schwankte weiter.
Ich ging noch tiefer hinein
Mit Mitte dreißig habe ich mit CrossFit angefangen. Und ich bin auch da wieder ins Extreme gerutscht. Ich habe erneut mit Ernährungscoaches gearbeitet und nach Plänen gegessen. Ich bin auf Wettkämpfe gegangen. Von außen sah ich stark aus. Innen war ich genauso im Kampf wie mit achtzehn, nur lauter.
Ich bin so tief in diese Welt gegangen, dass ich selbst Teil von ihr wurde. Ich habe als Coach andere trainiert und eine Ausbildung zur Ernährungscoach gemacht. Ich habe Frauen gezeigt, wie sie ihren Körper formen, während ich mit meinem eigenen noch im Krieg lag.
Vielleicht denkst du gerade: Die war ja diszipliniert, ganz anders als ich. Aber das war keine Stärke. Das war dieselbe Wunde wie deine, nur andersherum. Du kämpfst, weil du glaubst, du hast zu wenig Kontrolle. Ich habe gekämpft, indem ich alles kontrolliert habe. Darunter lag bei uns beiden derselbe Satz: So, wie ich bin, ist es nicht genug.
Immer dieselbe Bewegung
Dreißig Jahre lang habe ich die Antwort im Außen gesucht. In der nächsten Diät. Im nächsten Plan. Es war immer dieselbe Bewegung: den Körper von außen in Ordnung bringen, damit innen endlich Ruhe ist. Sie kam nie.
Der Knoten beginnt sich zu lösen
Erst vor einigen Jahren, mit meiner ersten Begegnung mit Persönlichkeitsentwicklung durch die Rise Up & Shine Uni von Laura Malina Seiler, begann sich etwas zu lösen. Zum ersten Mal schaute ich unter den Körper. Auf das, was ihn die ganze Zeit angetrieben hatte.
Schicht für Schicht durfte ich mich neu entdecken. Und als ich anfing, anders auf mich zu schauen, ließ auch der Griff nach dem nächsten Plan nach.
Meine Liebe zum Coaching
Auf diesem Weg habe ich gemerkt, dass ich gern mit Menschen arbeite. Zuerst rund ums Essen, dann immer mehr in der Begleitung von Frauen, die dasselbe kennen wie ich.
Irgendwann wusste ich, dass es das ist, was ich tun will: Frauen zurück in die Verbindung mit ihrem Körper begleiten.
Heute und meine Vision

Heute mache ich immer noch Sport und bewege mich viel. Was sich verändert hat, ist das Warum. Ich bewege mich, weil es mir gut tut. Nicht mehr, um etwas an mir gutzumachen.
Das ist auch der Grund, warum ich weiß, dass sich das hier echt anfühlt und nicht wie die nächste Station. Es ist die erste, die innen anfängt.
Es erfüllt mich, Frauen auf ihrem Weg zu begleiten. Mit allem, was ich selbst lernen durfte und noch lerne.
Im April 2026 habe ich meine Ausbildung als Spiritual Life Coach bei Laura Malina Seiler abgeschlossen. Daraus ist etwas Eigenes geworden. Weil meine Arbeit im Körper beginnt, nenne ich mich Spiritual Body Coach.
Und ich bin ehrlich mit dir: Auch mein Weg ist nicht zu Ende. Ich muss nicht angekommen sein, um dich ein Stück zu begleiten. Ich muss den Weg kennen. Und den kenne ich.
Wenn du magst, schau, wie wir zusammenarbeiten würden.